Wir sind das Volk! Leipzig – Wege zur Freiheit (Doku)

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Vor 20 Jahren fiel die Mauer in Berlin. Der 9. Oktober 1989 markiert den Wendepunkt der friedlichen Revolution in der DDR. In Leipzig gingen 70.000 Menschen auf die Straße und demonstrierten in Todesangst. Die Volkspolizei versuchte sie auseinander zu treiben und rief: „Wir sind die Deutsche Volkspolizei!“ Die Menschen antworteten: „Und wir sind das Volk!“ Die DDR hatte die Willensstärke und den Mut ihrer Bürger unterschätzt. Jahrzehntelange Diktatur hatte eines nicht geschafft: die Menschen zu zerbrechen.

Wenn es auch lange gedauert hat, es ist gelungen: der Widerstand hat zur Solidarität geführt. 20 Jahre nach dem Zusammenbruch des SED-Regimes erforschen die Studentinnen Anja (26) und Christiane (21), wer die Menschen waren, die den Berg ins Rutschen brachten. Sie treffen den Buchautor und Liedermacher Martin Jankowski.

Er spielte am 9. Oktober '89 in der Nikolaikirche während des Montagsgebets ein Lied auf seiner Gitarre, während sich draußen Tausende bereits zur großen Demonstration einfanden. Sie machen den 'Rolling-Stones-Fanclub' Schirgiswalde ausfindig. Deren Mitglieder wurden 1968 als 16-Jährige verhaftet, weil sie mit Plakaten auf eine Kirchensprengung in Leipzig aufmerksam machten. Sie lernen die Malerin Katrin Hattenhauer kennen, die wegen ihres politischen Engagements monatelang im Gefängnis saß.

Die Studentinnen lassen sich von einer Punkband die Titel 'Stacheldraht' und 'Ohne Sinn' um die Ohren blasen. In der DDR standen die Jungs stets mit einem Bein im Gefängnis, denn ihre Musik war verboten. Durch die 'offene Jugendarbeit' vor allem der Evangelischen Kirche hatten die jungen Punks - ebenso wie alle, denen der Staat öffentlichen Raum für Versammlungen, Konzerte und andere Treffen verweigerte – eine Zufluchtsstätte in den Gemeinderäumen. Pfarrer Siegfried Lange führt Studentin Anja in die Katakomben des Mockauer Pfarrkellers, wo sich in den 80er Jahren bis zu 200 Punks auf einmal tummelten.

Neben weiteren spannenden Zeitzeugen illustriert die Dokumentation mit eindrucksvollen, zum Teil noch nie gezeigten Aufnahmen, die Brutalität des Staates bei Demonstrationen. Dass am Ende doch noch alles friedlich verlief und zum 'Wunder von Leipzig' führte, können die Zuschauer hautnah miterleben - Bis zum bewegenden Moment des Mauerfalls und den tränenreichen Wiederbegegnungen getrennter Menschen in Ost und West.

RTL, Sonntag, 11. Oktober, 23:10 – 00:05 Uhr

www.eikon-nord.de



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