Koran im Klassenzimmer. Islam als Unterrichtsfach

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Eltern, Politiker, islamische Funktionäre und christliche Kirchen streiten um die Einführung islamischen Religionsunterrichts an deutschen Schulen. Alle betonen dessen Bedeutung für eine erfolgreiche Integration, alle sehen darin ein wichtiges Mittel zur Wertevermittlung, uneinig ist man sich jedoch über das „Wie?“. Bis heute gibt es keinen offiziellen Ansprechpartner, der alle in Deutschland lebenden Muslime gesellschaftlich und juristisch vertritt. Mit wem der Staat in Verhandlung treten soll, wer die theologische Ausbildung der Lehrer und wer die religiösen Inhalte verantwortet – selbst bei so grundsätzlichen Fragen gibt es bisher keine Einigung. Und der Druck wächst: Die Anzahl der bekennenden muslimischen Schüler in Deutschland steigt und damit die Brisanz der Debatte um einen „deutschen Islam“.

Als bisher einziges Bundesland rief Nordrhein-Westfalen vor zehn Jahren an den Schulen die „Islamkunde“ ins Leben, die mittlerweile für rund 7.000 Schülerinnen und Schüler an 130 Schulen unterrichtet wird. „Wir erreichen 90 Prozent der Akzeptanz aller muslimischen Eltern mit diesem Unterricht“, kommentiert Ridwan Bauknecht, deutscher Muslim und Islamkundelehrer an vier Schulen im Bonner Süden, seine Arbeit.

Islamkunde wird eher als kulturelles Grundverständnis aufgefasst, ist also mit dem katholischen oder evangelischen Bekenntnisunterricht nicht zu vergleichen. Muslimische Verbände und auch die beiden großen Kirchen fordern deshalb unter anderem, dass nicht allein der Staat, sondern auch eine „muslimische Organisation“ am Unterricht beteiligt sein sollte.

ARD, Mittwoch, 10. Februar, 23:45



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